Finanzierung - Liquidität

abSicherung oder erweiterung der Liquidität

Überbrückungskredite für Unternehmen (Stand 25.03.2020 / 17.00h)

Ab Donnerstag, 26.März 2020 ist es nun möglich die Überbrückungskredite über Ihre Hausbank zu beantragen.

Auf der Webseite „Überbrückungskredite für Unternehmen“ finden Sie den Prozess, sowie das Formular zum Kreditantrag (das Formular wird ab morgen Donnerstag, 26. März 2020 unter dem Link afgeschaltet sein). Die Gesuche können erst ab Donnerstag, 26.03.2020 / 08.00 Uhr beantragt werden. Gehen Sie davon aus, dass es zu langen Antwortzeiten infolge Überlastung der Webseite kommt. Wählen Sie allenfalls eine Randzeit und/oder warten Sie einige Tage.

Wir empfehlen Ihnen folgende Vorbereitung:

  • Abschlüsse der letzten 2 bis 3 Jahre
  • Wenn vorhanden eine Liquiditäts- oder Finanzplanung
  • Eine Liste des Liquiditätsbedarfes mit Erläuterung des Bedarfes

Kontaktieren Sie Ihren Kundenbetreuer bei Ihrer Hausbank persönlich und künden Sie das Gesuch an.

Bitte wählen Sie allenfalls den Postweg zur Übermittlung Ihrer Kreditvereinbarung an Ihre Bank, weil die elektronische Übermittlung allenfalls überlastet sein könnte und die Gefahr von Verlusten besteht.Bitte dokumentieren Sie Ihren Liquiditätsbedarf um bei Fragen schnell und transparent Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Falls Sie keine Hausbank haben finden Sie auf der Webseite „Überbrückungskredite für Unternehmen“ eine Liste aller beteiligten Banken.

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MASSNAHMENPAKET BUND (Stand, 21.3.2020)

Der Bund hat ein umfangreiches Massnahmepaket verabschiedet, welches den Unternehmen rasch und unkompliziert Liquidität sicherstellen soll.

Das Paket sieht folgende Massnahmen vor:

  • Soforthilfe mittels verbürgten COVID-Überbrückungskrediten: Damit betroffene KMUs (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, juristische Personen) Überbrückungskrediten von den Banken erhalten, wird der Bundesrat ein Garantieprogramm im Umfang von 20 Milliarden CHF aufgleisen. Dieses Programm soll auf bestehenden Strukturen der Bürgschaftsorganisationen aufbauen. Betroffene Unternehmen sollen rasch und unkompliziert Kreditbeträge bis zu 10% des Umsatzes oder maximal 20 Mio. CHF erhalten. Dabei sollen Beträge bis zu 0,5 Millionen CHF von den Banken sofort ausbezahlt werden und vom Bund zu 100% garantiert werden. Darüber hinaus gehende Beträge sollen vom Bund zu 85% garantiert werden und eine kurze Bankprüfung voraussetzen. Die Kreditbeträge bis zu 0,5 Millionen CHF dürften über 90 Prozent der von COVID betroffenen Unternehmen abdecken. Der Bundesrat rechnet damit, dass über dieses Gefäss Überbrückungskredite im Umfang von bis zu 20 Milliarden CHF vom Bund garantiert werden und wird den Eidgenössischen Räten einen entsprechenden dringlichen Verpflichtungskredit beantragen. Dieser wird der Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte in den nächsten Tagen zur Genehmigung vorgelegt werden. Die nötigen Eckpunkte werden in einer Notverordnung festgelegt, die Mitte nächste Woche verabschiedet und veröffentlicht wird. Fragen von Betroffenen zu Modalitäten der Einreichung dieser Gesuche können erst ab dann beantwortet werden.
  • Zahlungsaufschub bei Sozialversicherungsbeiträgen: Den von der Krise betroffenen Unternehmen kann ein vorübergehender, zinsloser Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO/ALV) gewährt werden. Die Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, die Höhe der regelmässigen Akontobeiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen zu lassen, wenn die Summe ihrer Löhne wesentlich gesunken ist. Dasselbe gilt für Selbstständige, deren Umsätze eingebrochen sind. Zuständig für die Prüfung der Zahlungsaufschübe und der Reduktion der Akontobeiträge sind die AHV-Ausgleichskassen.
  • Liquiditätspuffer im Steuerbereich und für Lieferanten des Bundes: Unternehmen sollen die Möglichkeit haben, die Zahlungsfristen zu erstrecken, ohne Verzugszins zahlen zu müssen. Aus diesem Grund wird für die Mehrwertsteuer, für Zölle, für besondere Verbrauchssteuern und für Lenkungsabgaben in der Zeit vom 21. März 2020 bis 31. Dezember 2020 der Zinssatz auf 0,0 Prozent gesenkt. Es werden in dieser Zeitspanne keine Verzugszinsen in Rechnung gestellt. Für die Direkte Bundessteuer gilt dieselbe Regelung ab dem 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020. Schliesslich hat die Eidgenössische Finanzverwaltung die Verwaltungseinheiten des Bundes angewiesen, Kreditorenrechnungen rasch zu prüfen und so schnell wie möglich auszuzahlen, ohne Ausnützung der Zahlungsfristen. Damit wird die Liquidität der Lieferanten des Bundes gestärkt.
  • Rechtsstillstand gemäss Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchkG): Vom 19. März bis und mit 4. April 2020 dürfen Schuldnerinnen und Schuldner in der ganzen Schweiz nicht betrieben werden. Den entsprechenden so genannten Rechtsstillstand im Betreibungswesen hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 18. März 2020 angeordnet.

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EMPFEHLUNG VORBEREITUNG

Wir empfehlen Ihnen bei Bedarf umgehend mit ihrer Hausbank Kontakt aufzunehmen und über die vom Bund erwähnte Möglichkeit der schnellen Überbrückungskredite zu sprechen.

Hierzu empfehlen wir als Vorbereitung für einen Antrag auf Überbrückungskredite folgende Dokumente bereitzustellen:

  • Jahresabschluss 2019 (Erfolgsrechnung & Bilanz)
  • Geschäftsentwicklung 2020 bis Ende Februar (Umsätze / Cash Flow)
  • Wenn vorhanden eine aktuelle  Liquiditätsplanung und/oder Finanzplanung
  • Betreibungsauszug beantragen

Falls ihr Geschäft stark mit saisonalen Liquiditätsschwankungen konfrontiert ist, kann es durchaus von Nutzen sein, dies mit dem Jahresabschluss 2019 zu dokumentieren, allenfalls noch den Abschluss 2018 berücksichtigen.

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Solange Ihr Unternehmen geschlossen bleibt, kann es zu Liquiditätsproblemen kommen. Wir möchten Ihnen ein paar mögliche Empfehlungen aufzeigen, wie Sie die Liquidität vorübergehend optimieren können.

Bevor Sie ein Darlehen oder einen Kredit aufnehmen, versuchen Sie wie folgt vorzugehen:

  • Rückzahlungen fälliger Amortisation aufschieben
  • Über aktuelle Zinsen verhandeln
  • Netzwerk nutzen; Möglichkeiten ansprechen, Ideen generieren und über Zusatzfinanzierungen verhandeln

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Falls Sie trotzdem in Erwägung ziehen ein Darlehen oder einen Kredit aufzunehmen,  sollten Sie optimalerweise folgende Dokumente erstellen:

  • Erfolgsrechnung
  • Bilanz
  • Finanzplan
  • Liquiditätsplan
  • Stornierte / aufgeschobene Aufträge

Lassen Sie sich für die Erstellung von diesen Dokumenten von ihrem Treuhänder/Buchhalter helfen.

Wir gehen davon aus, dass wenn die öffentliche Hand zinslose Darlehen, Überbrückungskredite oder ähnliche Finanzhilfen anbieten wird, ähnliche Unterlagen/Dokumente verlangt werden.

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